HGV-Newsletter vom 14.04.2020 info@hgv.it www.hgv.it
 
HGV Newsletter
 

Hilfsmaßnahmen des Landes für Unternehmen

14.4.2020 – Viele Gastronomie- und Hotelbetriebe haben aufgrund drastischer Umsatzrückgänge und aufgrund der noch ungewissen weiteren Entwicklung der Sommersaison bereits kleinere oder auch größere Liquiditätsengpässe zu verzeichnen. Im Bereich der Finanzierungen können nun, neben den bereits vorgesehenen Stundungsmöglichkeiten für bestehende Ratenkredite, neue Maßnahmen in Anspruch genommen werden. Hier ein Überblick der bestehenden und neuen Maßnahmen.


Stundungen bestehender Kredite
Eine unbürokratische Aussetzung (Stundung) von Kapital oder der gesamten Rate (Kapital und Zinsen) für bestehende Darlehen ist möglich. Die Aussetzung kann für die Dauer von maximal 12 Monaten beantragt werden. Gleichzeitig kann um die Verlängerung der Laufzeit des betreffenden Darlehens um bis zu 24 (teilweise auch 36) Monate angesucht werden. Kontaktieren Sie dafür Ihre Bank.

Stundung Rotationsfonds (gilt ab 14. April 2020)
Unternehmen aller Wirtschaftssektoren können eine Stundung bis zu 24 Monate der Rückzahlung der Kapitalraten von geförderten Darlehen oder Leasingfinanzierungen aus dem Rotationsfonds beanspruchen.
Die Stundung kann sich im Falle von Darlehen auf vier Semesterraten und 24 Monatsraten im Falle von Leasingfinanzierungen (ab Inkrafttreten Dekret „Cura Italia“ vom 17. März 2020) beziehen und hat eine entsprechende Verlängerung der Laufzeit des Darlehens bzw. der Leasingfinanzierung zur Folge.
Voraussetzung für die Gewährung der Stundung ist eine Mitteilung mit dem positiven Gutachten des Kreditinstitutes bzw. der Leasinggesellschaft, mit dem der Darlehens- bzw. Leasingvertrag abgeschlossen wurde, welche innerhalb 31. Dezember 2020 einzureichen ist.

Kleinkredite bis 35.000 Euro – Sicherstellung durch Garfidi und Confidi (gilt ab 15. April 2020)

Alle interessierten Unternehmen und Freiberufler erhalten bei den Banken einen Sofortkredit. Die Laufzeit beträgt insgesamt fünf Jahre, wobei die ersten beiden Jahre zum Null-Zins-Tarif laufen. Für das erste Jahr übernimmt die Bank die Zinsen, für das zweite Jahr das Land. Ab dem dritten Jahr beträgt der Zinssatz 1,25%. Dies entspricht einem durchschnittlichen fixen Zinssatz von 0,75% für fünf Jahre. Zusätzliche Spesen oder Aufschläge sind ausgeschlossen. Die Kapitalrückzahlung beginnt erst im zweiten Jahr.
Das Darlehen wird von den beiden Garantiegenossenschaften Südtirols, Confidi und Garfidi, zu 90 Prozent besichert und über ein vereinfachtes Verfahren innerhalb weniger Tage abgewickelt. Die Kosten für die Garantieleistung sollen stark reduziert bzw. zum Teil vom Land übernommen werden. Details dazu werden noch bekannt gegeben. Bitte setzen Sie sich dazu mit Ihrer Bank in Verbindung.

Garantien für höhere Kredite (gilt ab 15. April 2020)

Die Konditionen für die Kredite zwischen 35.000 Euro und 800.000 Euro werden mit den Banken erst fixiert, sobald das staatliche Dekret Klarheit schafft. In der Zwischenzeit erhalten Unternehmen eine sechsmonatige Vorfinanzierung zum Null-Zins-Tarif für Kredite bis 800.000 Euro. Bitte setzen Sie sich dazu mit Ihrer Bank in Verbindung.

Tipps von der HGV-Unternehmensberatung

  • Setzen Sie sich mit Ihrer Bank in Verbindung. Ihre Bank ist erster Ansprechpartner für Ihre Finanzierungserfordernisse.
  • Die HGV-Unternehmensberatung bietet für die HGV-Steuerkunden sowie für Controlling-Kunden der Unternehmensberatung eine kostenlose Beratung sowie die Erstellung eines kostenlosen Liquiditätsplanes an, sofern ein solcher von der Bank angefordert wird. Für Nicht-Kunden wird dieser Liquiditätsplan zu einem stark reduzierten Preis (300 Euro statt 600 Euro) angeboten.
  • Liquidität ist das Gebot der Stunde, deshalb: Planen Sie Ihren Bedarf möglichst genau mit entsprechenden Sicherheitsreserven. Denken Sie dabei daran, dass eine neue Verschuldung in den Rückzahlungsplan der künftigen Jahre berücksichtigt werden muss.
  • Die Konsolidierung der finanziellen Situation ist sicherlich dringlich. Vergessen Sie jedoch nicht, mit Ihren Gästen und mit ihren Mitarbeitern in Verbindung zu bleiben. Bereiten Sie sich jetzt schon auf den Neustart vor. Die HGV-Unternehmensberatung unterstützt Sie dabei mit Rat und Tat.

Weitere Auskünfte erteilt die HGV-Unternehmensberatung unter Tel. 0471 317 780 oder unternehmensberatung@hgv.it


Zuschüsse für Kleinstunternehmen

Die Richtlinien betreffend die Gewährung von Zuschüssen für Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Jahresbeschäftigten, die zwischen 3.000 Euro und 10.000 Euro liegen sollen, werden demnächst von der Landesregierung beschlossen. Sobald diese genehmigt sind, wird der HGV unverzüglich darüber informieren.

Weitere Informationen zu den wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen des Landes finden Sie hier!

 
 

Gemeindeaufenthaltsabgabe: Welche Nächtigungen sind befreit?

14.4.2020 – In der Dringlichkeitsmaßnahme des Landeshauptmannes Nr. 14 vom 26. März 2020 ist die Befreiung von der Gemeindeaufenthaltsabgabe geregelt. Die Befreiung gilt für Personen, welche aufgrund der dringenden Maßnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung des COVID-19-Notstandes in Beherbergungsbetrieben übernachten.


Grundsätzlich sind als dringende Maßnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung des epidemiologischen Notstandes aufgrund des Coronavirus all jene staatlichen Maßnahmen und der auf Landesebene geltenden dringenden Maßnahmen zu verstehen, die einen außerordentlichen Charakter haben und im direkten Zusammenhang mit der Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus und dessen Bekämpfung stehen (z. B. Quarantäne, Abreiseverbot, Anstellung von zusätzlichem Personal in der Sanität, im Bevölkerungsschutz, usw.). All jene Maßnahmen hingegen, die zwar in den Dringlichkeitsverordnungen des Staates oder des Landeshauptmannes stehen, aber das Weiterführen von wirtschaftlichen Tätigkeiten oder dessen Wiederaufnahme regeln, sind davon ausgeschlossen.

Von der Zahlung der Gemeindeaufenthaltsabgabe befreit sind:

  • Das im aktuellen Gesundheitsnotstandsdienst eingesetzte Gesundheitspersonal und das vom Bevölkerungsschutz für die Durchführung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus eingesetzte Personal und Personen, welche von der Agentur für Bevölkerungsschutz, dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und den entsprechenden Ressorts der Landesverwaltung eingestellt wurden, um den gesundheitlichen Notstand zu bewältigen.

Ab dem 14. März 2020 sind zudem folgende Personen von der Gemeindeaufenthaltsabgabe befreit:

  • Personen, welche Bauarbeiten durchführen, die nötig sind, um die Erbringung von grundlegenden öffentlichen Diensten für die Bevölkerung zu gewährleisten, oder um Strukturen wiederherzustellen, oder um von Schadensereignissen oder Fehlfunktionen betroffene Anlagen zu sanieren.
  • Personen, welche Wartungs- und Installationsarbeiten und kleine Bau- und Nichtbauarbeiten durchführen.
  • Personen, welche für die Schließung der Baustellen nötige Tätigkeiten ausführen, bzw. Tätigkeiten durchführen, um die Baustellen und die bereits realisierten Bauarbeiten sicherzustellen.


Ab dem 23. März 2020 sind zudem folgende Personen von der Gemeindeaufenthaltsabgabe befreit:

  • Personen, die gemäß Dekret des Ministerratspräsidenten vom 22. März 2020 nicht mehr zum eigenen Domizil, zur eigenen Wohnung oder zum Wohnsitz zurückkehren konnten.


Nicht von der Zahlung der Gemeindeaufenthaltsabgabe befreit sind:

  • Personen, die eine Verkaufstätigkeit von Lebensmitteln und Grundbedarfsgütern in Zeitungskiosken, Tabaktrafiken, Apotheken und Parapharmazien ausüben.
  • Personen, welche Bank-, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen durchführen.
  • Personen, welche im Landwirtschafts-, Viehzucht- und Lebensmittelverarbeitungssektor, einschließlich der Lieferketten, die Waren und Dienstleistungen bereitstellen, tätig sin.
  • Personen, die aufgrund der schon bestehenden und zukünftigen Maßnahmen wieder ihrer Arbeit nachgehen dürfen, wenn auch mit Einhaltung verschiedenster Sicherheitsmaßnahmen.


Weiterhin in vollem Umfang geschuldet ist die Gemeindeaufenthaltsabgabe von Touristen, Feriengästen und Urlaubsreisenden.

Um bei eventuellen Kontrollen nachweisen zu können, dass die Befreiung rechtmäßig angewandt wurde, empfiehlt der HGV, diesbezügliche Unterlagen und Nachweise (z. B. Schriftverkehr) zu sammeln. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, eine Eigenerklärung vom Gast einzuholen.

Weitere Informationen erteilt die HGV-Rechtsabteilung unter recht@hgv.it oder Tel. 0471 317 760.

 
 
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