HGV-Newsletter vom 19.08.2020 info@hgv.it www.hgv.it
 
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August-Dekret verabschiedet – Verlängerung Lohnausgleich und weiterhin Entlassungsverbot

19.8.2020 – Kürzlich ist das August-Dekret der italienischen Regierung veröffentlicht worden. Für die effektive Anwendung der verschiedenen Bestimmungen müssen jedoch noch die klärenden Rundschreiben des NISF/INPS abgewartet werden. Die HGV-Personalberatung hat die wichtigsten Punkte aus dem Gesetzesdekret zum Thema Mitarbeiter für Sie zusammengefasst.


Verlängerung Lohnausgleich – Auflagen und Zusatzbeitrag
Das Dekret sieht die Möglichkeit zu einer weiteren Verlängerung des Lohnausgleichs für 9+9 Wochen vor. Diese zusätzlichen Wochen des Lohnausgleichs können im Zeitraum vom 13. Juli 2020 (also auch rückwirkend) bis zum 31. Dezember 2020 beansprucht werden.

Achtung: Dieser zusätzliche Lohnausgleich kann weiterhin ausschließlich für jene Arbeitnehmer beansprucht werden, welche bereits am 25. März 2020 beschäftigt waren. Die Beanspruchung von Lohnausgleich und Neueinstellungen sind ebenfalls weiterhin unvereinbar.

Für die Beanspruchung der zweiten zusätzlichen 9 Wochen ist außerdem ein Zusatzbeitrag zulasten des Arbeitgebers an das NISF/INPS geschuldet, welcher aufgrund des Umsatzrückgangs des ersten Semesters 2020 zum ersten Semester 2019 berechnet wird:

  • Bei einem Umsatzrückgang unter 20 Prozent beträgt der Zusatzbeitrag 9 Prozent der Entlohnung, welche dem Arbeitnehmer während des Lohnausgleichs zugestanden wäre.
  • Falls kein Umsatzrückgang vorliegt, beträgt der Zusatzbeitrag 18 Prozent der Entlohnung, welche dem Arbeitnehmer während des Lohnausgleichs zugestanden wäre.
  • Bei einem Umsatzrückgang von 20 Prozent oder mehr oder bei Tätigkeitsbeginn im Jahr 2019 ist kein Zusatzbeitrag geschuldet.


Für die effektive Anwendung des verlängerten Lohnausgleichs müssen jedoch noch die klärenden Rundschreiben des NISF/INPS abgewartet werden.

Beitragsbefreiung bei Verzicht auf Lohnausgleich
Falls der Arbeitgeber auf die Möglichkeit der Verlängerung des Lohnausgleichs verzichtet, kann eine Beitragsbegünstigung für höchstens vier Monate (innerhalb 31. Dezember 2020) beansprucht werden. Die Beitragsbefreiung steht im Ausmaß der doppelten Stunden des in den Monaten Mai und Juni 2020 beanspruchten Lohnausgleichs zu.
Für die effektive Anwendung des verlängerten Lohnausgleichs müssen jedoch noch die klärenden Rundschreiben des NISF/INPS abgewartet werden.

Beitragsbegünstigung bei unbefristeten und befristeten oder saisonalen Einstellungen
Folgende Beitragsbegünstigungen gelten bei unbefristeten, befristeten oder saisonalen Einstellungen:

  • Für unbefristete Einstellungen im Zeitraum 14. August 2020 bis 31. Dezember 2020 wird eine Beitragsbegünstigung eingeführt. Die Beitragsbegünstigung steht für 6 Monate und einem Höchstmaß von 8.060 Euro (als Jahresbasis) zu. Dieses Limit ist der maximalen Laufzeit anzupassen und monatlich anzuwenden.
  • Für befristete oder saisonale Einstellungen im Tourismussektor im selben Zeitraum steht die Begünstigung für 3 Monate zu. Diese Bestimmung muss vorab noch von der Europäischen Kommission genehmigt werden.


Für die effektive Anwendung des verlängerten Lohnausgleichs müssen jedoch noch die klärenden Rundschreiben des NISF/INPS abgewartet werden.

Entlassungsverbot

Arbeitgeber, welche die zur Verfügung stehenden Abfederungsmaßnahmen (Lohnausgleich) nicht vollständig ausgeschöpft haben oder die Beitragsbefreiung bei Verzicht auf Lohnausgleich beanspruchen, dürfen keine kollektiven Entlassungsprozeduren einleiten. Unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter, dürfen in diesen Fällen auch keine Entlassungen aus objektiv gerechtfertigtem Grund ausgesprochen werden.
Das Entlassungsverbot gilt nicht im Falle von definitiven Betriebsschließungen oder bei einer kollektiven Entlassung mit einer Austrittsentschädigung für den Arbeitnehmer und entsprechendem Betriebsabkommen, welches von den vertretungsstärksten nationalen Gewerkschaftsorganisationen unterzeichnet wird.

Erhöhung Limit für steuerfreie betriebliche Wertzuwendungen (betriebliches Welfare)

Ausschließlich nur für das Steuerjahr 2020 wird der Höchstbetrag für die steuer- und sozialabgabenfreien betrieblichen Wertzuwendungen an die Mitarbeiter (Geburtstags-/Weihnachtsgeschenke, Einkaufs-/Benzingutscheine usw.) verdoppelt und somit von 258,23 Euro auf 516,46 Euro erhöht.

Bonus für saisonal beschäftigte Arbeitnehmer sowie Mitarbeiter auf Abruf
Saisonal beschäftigte Arbeitnehmer im Tourismussektor, welche im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 17. März 2020 unfreiwillig das Arbeitsverhältnis beendet haben (Saison-/Vertragsende, Entlassung) und zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzesdekrets (14. August 2020) kein Arbeitsverhältnis besteht bzw. Arbeitslosengeld (NASPI) oder eine Pension beziehen, erhalten einen Bonus von 1.000 Euro.
Für genauere Auskünfte hierzu stehen die Patronate zur Verfügung. Hier finden Sie eine Liste der Patronate!

Verlängerung Arbeitslosengeld NASPI
Die Dauer für den Bezug des Arbeitslosengeldes (NASPI) wird um zwei Monate verlängert, falls der ursprüngliche Zeitraum für den Bezug desselben zwischen 1. Mai 2020 und 30. Juni 2020 auslief.
Für genauer Auskünfte hierzu stehen die Patronate zur Verfügung. Hier finden Sie eine Liste der Patronate!

 
 

NISF/INPS warnt vor Phishing-E-Mails

19.8.2020 – Das NISF/INPS warnt vor betrügerischen Phishing-E-Mails, welche derzeit im Umlauf sind.


Im E-Mail selbst wird der Empfänger aufgerufen, einen Link oder Anhang zu öffnen, um eine Beitragsdifferenz oder ein Guthaben zu erfahren. Im E-Mail wird das Logo des NISF/INPS abgebildet. Der Text ist jedoch in einem schlechten Italienisch verfasst und stammt meist von einer merkwürdigen Absenderadresse (z. B. info(at)nazioprevidenza.icu). Hier finden Sie ein Beispiel!

Sämtliche Mitteilungen des NISF/INPS sind im institutionellen Portal des NISF/INPS hinterlegt und können dort vom Arbeitgeber bzw. ermächtigten Berater eingesehen werden.

 
 

Beschäftigungsdauer von Lehrlingen

Die Ausbildungsdauer für die Berufe im Hotel- und Gastgewerbe dauert 36 Monate. In Jahresbetrieben muss die Einstellung in der Regel für die Dauer der gesamten Lehrzeit erfolgen.
In gastgewerblichen Saisonbetrieben hingegen wird der Lehrvertrag aufgrund der Bestimmungen im Landeszusatzabkommen für die Dauer der Saison abgeschlossen. Dabei ist eine Mindestdauer von 12 Wochen vorgesehen.

 

Beitrag für die Arbeitseingliederung von Menschen mit Behinderung

19.8.2020 – Für die Anstellung von Menschen mit Behinderung können Betriebe wieder um die Gewährung eines Beitrages ansuchen.


Das Ansuchen kann für Personen mit einer von der entsprechenden Ärztekommission bescheinigten Zivilinvalidität von mindestens 46 Prozent oder einer vom INAIL bescheinigten Invalidität von mindestens 34 Prozent gestellt werden.

Die entsprechenden Formulare sind auf der Website der Provinz Bozen unter diesem Link veröffentlicht.
Das Ansuchen muss in allen Teilen unveränderbar ausgefüllt und mit digitaler Unterschrift unterzeichnet innerhalb 31. August 2020 mittels PEC an as.sl@pec.prov.bz.it eingereicht werden.

 
 
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