Gustav Willeit ist HGV-Künstler des Jahres 2026

HGV und Südtiroler Künstlerbund vergaben bereits zum elften Mal die besondere Auszeichnung

Im Rahmen einer Künstlermatinee wurde am Mittwoch, 16. September 2026, im Restaurant Skybar META in Bozen, zum elften Mal der Kunstpreis „HGV-Künstler/in des Jahres“ vergeben.

Der HGV hat das Projekt gemeinsam mit dem Südtiroler Künstlerbund ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Kunst und die Hotellerie und Gastronomie in ein Zusammenspiel auf Augenhöhe zu bringen. Der Preis wird seit 2016 jährlich vergeben. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des HGVs und des Südtiroler Künstlerbundes sowie einer Kunstexpertin, hat im Rahmen einer Ausschreibung den Sieger des heurigen Jahres ermittelt. Die Wahl ist auf den Gadertaler Künstler Gustav Willeit gefallen.

 

Der Künstler und sein Werk

Gustav Willeit überzeugte die Jury mit seinem fotografischen Werk „ERIE“ und der dazu gestalteten Edition „DOIA“. DOIA bedeutet auf Ladinisch „hinter“ und verweist auf einen Blick jenseits des Vertrauten und Offensichtlichen. Willeits fotografische Arbeiten machen menschliche Eingriffe in die Landschaft klar sichtbar, etwa durch eine dominante Architektur oder in Spuren von Vernachlässigung im Raum. „Mir geht es in meinen Bildern darum, das Spannungsverhältnis zwischen Natur und menschlichem Handeln sowie die Veränderung von Landschaft und Heimat zu thematisieren“, erklärt der Künstler sein Werk.

Die Jury äußert sich zur Entscheidung wie folgt: Die Bilder von Gustav Willeit verfolgen eine klare Absicht: Die Landschaft wird zum Ort der kritischen Auseinandersetzung mit der Frage, wie der Mensch seine Umwelt bewohnt, verändert und nutzt − zwischen intensiver Urbanisierung und einer schrittweisen, oft übergreifenden Aneignung des Raums. Dabei entsteht ein deutlicher Gegensatz zwischen Natur und dem „Fortschritt“ des Kapitalismus, der Landschaften und Lebensweisen fortlaufend neu formt. Die präzise Bildgestaltung und der bewusste Einsatz visueller Mittel lenken zudem den Blick auf die Rolle digitaler Technologien und auf unsere Wahrnehmung von Realität. Die Arbeiten laden dazu ein, über das reine Betrachten hinauszugehen: Sie regen an, die Authentizität von Bildern zu hinterfragen und Fotografie zu interpretieren.

Die Laudatio für Gustav Willeit hielt Kunstexpertin und Direktorin des Museums „Ladin Ursus ladinicus“ Katharina Moling. Sie betonte vor allem die besondere Gabe des Künstlers, jene Dinge in unserer Umgebung sichtbar zu machen, die für den Menschen oft selbstverständlich sind.

Kunst und Kultur spielen in der Südtiroler Hotellerie und Gastronomie eine wichtige Rolle. „Kunst und Gastlichkeit sind seit jeher eng miteinander verbunden. Früher waren Gasthäuser wichtige Orte für Kunstausstellungen, an denen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentieren und auch verkaufen konnten. Diese besondere Verbindung gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln. Denn Kunst kann auch heute im Tourismus Akzente setzen, Begegnungen schaffen und besondere Erlebnisse ermöglichen“, erklärt HGV-Präsident Klaus Berger.

SKB-Präsident Alexander Zoeggeler zeigt sich erfreut über die immer noch sehr hohe Beteiligung am HGV-Preis: „Die 44 Einreichungen und ihre durchwegs hohe Qualität zeigen eindrucksvoll, wie groß das Interesse an diesem Kunstpreis ist und welchen Stellenwert er bei den Künstlerinnen und Künstlern nach wie vor genießt.“

 

Einzigartige Präsente

Das originale Kunstwerk wird Teil der Kunstsammlung des HGV, und in abgewandelter Form als Edition ein einzigartiges Präsent, das der HGV bei besonderen Anlässen überreicht. „Wir freuen uns, mit dieser Aktion mit der Südtiroler Kunstszene zu interagieren und aus dem Potential der kreativen Köpfe im Land zu schöpfen. Mit diesen Kunstpräsenten konnten wir in den letzten Jahren bereits vielen Menschen eine große Freude bereiten“, betont HGV-Vizepräsidentin Judith Rainer.
Bei der Matinee waren zudem die beiden Landesräte Luis Walcher und Daniel Alfreider anwesend. Auch für sie ist die Vergabe des Preises immer etwas Besonderes: „Die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Bereichen wird immer wichtiger. Kunst hilft uns dabei, Grenzen verschwinden zu lassen und unser Blickfeld zu erweitern.“

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