Futura-Förderpreis: Verbundenheit und Wertschätzung - Einreichungen bis 31. August
Jurypräsidentin Ulrike Tappeiner im Gespräch – Einsendeschluss für die Bewerbungen ist 31. August 2026
Seit April hat die Jury des Futura-Förderpreises eine neue Präsidentin. Ulrike Tappeiner löst Inga Hosp ab, welche 36 Jahre lang mit großer Kompetenz und Sachkenntnis der Jury vorstand.
Ulrike Tappeiner hat Biologie und Informatik an der Universität Innsbruck studiert, leitet das Institut für Alpine Umwelt der EURAC Research und ist seit 2005 Universitätsprofessorin an der Universität Innsbruck. Von 2018 bis 2026 hatte sie die Präsidentschaft der Freien Universität Bozen inne. Im Interview spricht sie über den Wert des Förderpreises für junge Südtirolerinnen und Südtiroler.
Frau Tappeiner, wofür steht für Sie der Futura-Förderpreis?
Ulrike Tappeiner: Für mich steht der Futura-Förderpreis für Zukunft, Offenheit und den Mut, neue Wege zu gehen. Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Gerade dann braucht eine Gesellschaft Menschen, die kreativ denken, Verantwortung übernehmen und neue Perspektiven einbringen. Der Preis macht junge Südtirolerinnen und Südtiroler im Ausland sichtbar, würdigt ihre Leistungen und zeigt, welches Potenzial in ihnen steckt. Gleichzeitig ist er ein Zeichen der Wertschätzung und der Verbundenheit mit Südtirol.
Die Träger des Preises sind Unternehmen und Organisationen. Was bedeutet der Förderpreis für Südtirol?
Ulrike Tappeiner: Der Förderpreis ist eine Investition in die Zukunft Südtirols. Unternehmen und Organisationen wissen, dass Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Entwicklung von talentierten Menschen abhängen. Mit dem Preis fördern sie nicht nur individuelle Karrieren, sondern stärken auch den Austausch zwischen Südtirol und der Welt. Dabei geht es nicht nur um fachliche Netzwerke, sondern auch um Verbundenheit. Wichtig ist, dass wir dieses „sachliche“ Netz durch ein emotionales und empathisches Netz zu Südtirol stärken. Denn, um es mit dem Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry zu sagen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Welchen Mehrwert bringen junge Menschen, die im Ausland Erfahrungen sammeln und Karriere machen, für Südtirol?
Ulrike Tappeiner: Wer im Ausland forscht oder arbeitet, erweitert seinen Horizont und lernt andere Denk- und Arbeitsweisen kennen. Diese Erfahrungen sind für Südtirol von großem Wert. Junge Menschen bringen neue Ideen, internationale Kontakte und einen unverstellten Blick auf bestehende Strukturen mit. Sie wirken als Brückenbauer zwischen Südtirol und der Welt. Ob sie später zurückkehren oder Teil eines internationalen Netzwerks bleiben, ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, dass ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Verbundenheit mit Südtirol dem Land zugutekommen. Deshalb müssen wir neben fachlichen Netzwerken auch emotionale Bindungen stärken. Denn langfristig tragen nicht nur Wissen und Kontakte, sondern auch Identifikation und Zugehörigkeit eine Gemeinschaft.
Bewerbung und Kriterien
Der Futura-Förderpreis ist für 2026 ausgeschrieben worden. Der Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 31. August 2026.
Weitere Details zur Bewerbung und den Kriterien finden sich auf der Website des Futura-Förderpreises: www.futura.bz/de
