HGV-Delegation bei Generalversammlung der Federalberghi in Rom
Treffen mit neuem Tourismusminister Gianmarco Mazzi - Tourismus im Spannungsfeld zwischen Wachstum und geopolitischen Risiken
Eine Delegation des HGV unter der Leitung von HGV-Präsident Klaus Berger und Manfred Pinzger, Mitglied des Landesausschusses und Präsident von Confturismo, hat an der 76. Generalversammlung des nationalen Dachverbandes Federalberghi in Rom teilgenommen. Der Delegation gehörten weiters Vizepräsidentin Judith Rainer und die Präsidiumsmitglieder Helmut Tauber, Thomas Walch und Florian Obkircher sowie HGV-Direktor Raffael Mooswalder an.
Im Mittelpunkt der Generalversammlung standen die aktuellen Entwicklungen im italienischen Tourismus sowie die zukünftigen Herausforderungen für die Branche. Die präsentierten Daten zeigen ein insgesamt positives Bild: Laut den aktuellen Zahlen ist die Zahl der Nächtigungen im Jahr 2025 um 2,3 Prozent gestiegen, während die Ankünfte leicht rückläufig waren (-0,9 Prozent). Gleichzeitig zeigt sich eine Tendenz zu längeren Aufenthalten sowie eine weiterhin stabile internationale Nachfrage.
„Der Tourismus bestätigt national und lokal einmal mehr seine Widerstandskraft und Bedeutung als wirtschaftlicher Motor“, betont HGV-Präsident Klaus Berger. Dennoch warnt der HGV, denn die geopolitischen Unsicherheiten können derzeit nicht absehbare Auswirkungen haben. „Konflikte in verschiedenen Weltregionen beeinflussen nicht nur die globale Stabilität, sondern auch die Wahrnehmung von Sicherheit und damit die Reiseentscheidungen internationaler Gäste“, so Berger weiter.
Problem Kurzzeitvermietung
Ein zentrales Thema war zudem die Problematik illegaler Beherbergungsformen und irregulärer Arbeitsverhältnisse. Diese untergraben nicht nur faire Wettbewerbsbedingungen, sondern gefährden auch die Qualität und Sicherheit des touristischen Angebots. „Wer ohne die notwendigen Voraussetzungen tätig ist oder auf intransparente Arbeitsmodelle setzt, schadet nicht nur der Branche, sondern dem gesamten Standort“, sagt HGV-Direktor Raffael Mooswalder. Mehrfach wurden im Rahmen der Versammlung auch die negativen Auswirkungen der Kurzzeitvermietung hervorgehoben. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die der Versammlung beiwohnte, erklärte dazu, dass es Versuche gegeben habe, die Besteuerung der Kurzzeitvermietung zu reformieren, man dabei jedoch auf erheblichen Widerstand gestoßen sei und sich politisch teilweise isoliert wiedergefunden habe.
Tourismus von strategischer Bedeutung
Darüber hinaus hob die Ministerpräsidentin die strategische Bedeutung des Tourismus für das Land hervor. Der Sektor sei weit mehr als ein wirtschaftlicher Faktor und trage wesentlich zur Identität und internationalen Wahrnehmung Italiens bei. Gleichzeitig wurde betont, dass es Aufgabe der Politik sei, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit unternehmerische Initiative und Wertschöpfung entstehen können.
Am Rande der Generalversammlung kam es zudem zu einem kurzen Austausch zwischen der HGV-Delegation und dem neuen italienischen Tourismusminister Gianmarco Mazzi. Dabei wurden die aktuellen Herausforderungen angesprochen.
„Die Generalversammlung hat deutlich gemacht, dass der Tourismus ein strategischer Schlüsselbereich für Italien ist. Umso wichtiger ist es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Betriebe investieren, Arbeitsplätze sichern und Qualität gewährleisten können“, so HGV-Präsident Klaus Berger abschließend in der Presseaussendung des HGV.
