Legionellen im Trinkwasser: Schutz- und Vorbeugemaßnahmen

Legionellen sind Bakterien, die sich in den Wasserleitungen bilden und die Gesundheit der Gäste und der Mitarbeiter gefährden können. Betriebe, die länger geschlossen waren, sollen daher ihre Wasserleitungen desinfizieren.

Wenn Beherbergungsbetriebe nach einer langen Schließungszeit ihre Tätigkeit aufnehmen, ist unter anderem auch darauf zu achten, dass man geeignete Vorbeuge- und Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung von Legionellen trifft.
Legionellen sind Bakterien, welche eine feuchte Umgebung bevorzugen und sich daher gerade in Wasserspeichern und Wasserleitungssystemen und inbesondere in Totleitungen vermehren, in welchen sich Wasser über einen längeren Zeitraum hindurch anstaut. In Beherbergungsbetrieben kann eine erhöhte Konzentration von Legionellen auch in Whirlpools, Klimaanlagen, Luftbefeuchtern, Zierbrunnen mit Wasserrückführung sowie in langen, stagnierenden Wasserleitungen vorgefunden werden. Zudem bildet eine Wassertemperatur, die zwischen 25° C und 55°C liegt, eine optimale Voraussetzung für eine rasche Vermehrung von Legionellen.
Ist im Wasserleitungsnetz eine erhöhte Konzentration von Legionellen vorhanden, so kann es bei bestimmten Risikogruppen, wie z. B. bei älteren Menschen oder bei Menschen, welche an einer chronischen Krankheit und/oder an Immunschwäche leiden, zu einer Infektion kommen.

Risikobewertung  
Um diese Infektion möglichst zu unterbinden, sehen die Leitlinien für die Prävention und Kontrolle der Legionellose sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit vor, dass der Inhaber eines Beherbergungsbetriebes bzw. der Arbeitgeber eine schriftliche Bewertung des Legionellose-Risikos im Betrieb durchführen muss. Eine schriftliche Erstbewertung des biologischen Risikos Legionellen kann auch anhand des Anhang 12 (allegato 12 - nur in italienischer Sprache verfügbar) der Leitlinien für die Prävention und Kontrolle der Legionellose erfolgen.
Aufgrund der Risikobewertung müssen die notwendigen Maßnahmen zur Verringerung des Legionellen-Risikos definiert werden. Es muss ein schriftlicher Plan für die Kontrolle und Wartung der Anlage ausgearbeitet werden, in welchem alle Maßnahmen zur Kontrolle der Anlage festgelegt werden, besonders im Hinblick auf die Reinigungs- und Desinfektionsverfahren und deren Häufigkeit.

Präventionsmaßnahmen
Die Vermehrung von Legionellen vermeidet man durch angemessene Kontroll- und Wartungsarbeiten am Wasserleitungssystem. Insbesondere sollten Totleitungen vermieden, Warmwasserspeicher regelmäßig entschlammt und gründlich gereinigt, sowie Verkrustungen und Kalkansammlungen an Duschköpfen und Wasserhähnen regelmäßig entfernt werden. Zudem sollte die Warmwassertemperatur an den Zapfstellen auf mind. 55° C angehoben werden, Kaltwasser hingegen sollte eine Temperatur von weniger als 25°C aufweisen. Auch sollten in nicht benutzten Zimmern mindestens einmal pro Woche alle Zapfstellen (Warm- und Kaltwasser) kurz betätigt werden.
Nach einer längeren Schließung des Betriebes und stets vor Saisonbeginn ist es absolut angeraten, das Wasserleitungssystem einer Desinfektion zu unterziehen, die wasserbetriebenen Kühl-/Klimaanlagen und den Wärmetauscher gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Filter und Anlagen sollten auch während der Saison regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
Der Dienst für Hygiene und öffentliche Gesundheit führt neben den Kontrollen im Zuge von Verdachtsfällen von Legionellen-Erkrankungen auch Routinekontrollen durch.

Weitere Informationen erteilt die HGV-Rechtsabteilung unter Tel. 0471 317 760 oder recht(at)hgv.it.

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