Interview mit Giulia Call, Mitglied der HGJ-Landesleitung und HGV-Ortsobfrau Enneberg

Im Gespräch erzählt Giulia Call vom Hotel Excelsior Dolomites Life und Resort in St. Vigil von ihrer ehrenamtlichen Funktion im HGV, ihren beruflichen Erfahrungen im Ausland und der Arbeit im Familienbetrieb.

Wenn ich einem Gast nur eine Sache über Südtirol mitgeben dürfte, dann wäre es das Gefühl von echter, gelebter Herzlichkeit.

Giulia Call
Mitglied der HGJ-Landesleitung und HGV-Ortsobfrau Enneberg

Giulia, du bist Junggastwirtin im Hotel Excelsior in Enneberg und hast zwei Ehrenämter im HGV und in der HGJ inne. Was motiviert dich persönlich dazu?

Giulia Call: Mich motiviert vor allem der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen: der Dialog auf Augenhöhe, das Teilen von Erfahrungen und das gemeinsame Weiterdenken unserer Branche geben mir viel Energie und Inspiration.

Darüber hinaus sind wertvolle Freundschaften entstanden – mit Menschen, die dieselben Interessen teilen, auch über die berufliche Ebene hinaus. Es ist bereichernd zu sehen, wie unterschiedlich Herausforderungen gelöst werden und wie viel man voneinander lernen kann.

Gleichzeitig sehe ich es als Verantwortung unserer Generation, aktiv mitzugestalten, neue Impulse einzubringen und den Tourismus nachhaltig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

 

Du hast jüngst berufliche Erfahrungen in München gesammelt. Was hat dich dazu bewogen?

Ich war von Juni bis Ende November letzten Jahres in einer internationalen Hotelkette in München tätig. Nach meinem Abschluss der Oberschule und des Tourismusstudiums in Bruneck habe ich viele Jahre im Familienbetrieb mitgearbeitet – vielleicht fast schon zu fleißig – und wollte bewusst noch einmal neue Perspektiven sammeln.

Mich hat vor allem interessiert, wie sich die Arbeit in einer internationalen Hotelkette im Vergleich zu einem Südtiroler Familienbetrieb gestaltet. Der Kontrast zwischen den beiden Betrieben war sehr spannend: andere Strukturen, andere Abläufe, ein urbanes Gästeklientel und ein noch internationaleres Mitarbeiterteam.

Diese Erfahrung hat mir noch einmal vor Augen geführt, wie schön es zu Hause ist.

 

Welche Aufgaben hast du dort übernommen und was möchtest du im eigenen Familienbetrieb in St. Vigil umsetzen?

In München war ich als Rooms Intern tätig. Zu Beginn habe ich im Housekeeping mitgearbeitet – bis hin zur Supervisor-Rolle. Anschließend wurde ich im Front Office eingesetzt, wo ich täglich im direkten Gästekontakt stand und die operativen Abläufe intensiv kennenlernen durfte.

Besonders positiv aufgefallen sind mir die klar definierten Standards einer internationalen Hotelkette. Die konsequente persönliche Ansprache der Gäste mit ihrem Nachnamen sowie strukturierte Abläufe und Verantwortlichkeiten haben mich beeindruckt.

Einige dieser professionellen Standards möchte ich schrittweise auch in unserem Familienbetrieb einführen – vor allem im Bereich Struktur, interne Organisation und bewusste, wertschätzende Gästekommunikation.

 

Was würdest du Kolleginnen und Kollegen raten, die gerade in den Familienbetrieb einsteigen oder diesen übernehmen?

Kolleginnen und Kollegen, die gerade in den Familienbetrieb einsteigen oder diesen übernehmen, würde ich auf jeden Fall empfehlen, sich – sofern noch nicht geschehen – bei der HGJ einzuschreiben.

Die Vorteile sind enorm: Man knüpft wertvolle Kontakte auf Landesebene, es entstehen echte Freundschaften, und der Austausch mit Gleichgesinnten ist unglaublich bereichernd. Die gemeinsamen Erfahrungen, Diskussionen und Einblicke in andere Betriebe eröffnen neue Perspektiven – und genau das kann man nur verstehen, wenn man es selbst miterlebt.

Gerade in einer Phase der Übernahme oder des Einstiegs ist es wichtig, nicht alles alleine tragen zu müssen, sondern sich in einem starken Netzwerk aufgehoben zu fühlen.

 

Wenn du die Möglichkeit hättest, einem Gast nur eine Sache über Südtirol mitzugeben, was wäre das?

Wenn ich einem Gast nur eine Sache über Südtirol mitgeben dürfte, dann wäre es das Gefühl von echter, gelebter Herzlichkeit.

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