Allgemeine Bestimmungen

 

Die wichtigsten Rechte und Pflichten, die sich aus dem Arbeitsvertrag ergeben:

Rechte für Arbeitnehmer

  • Entlohnung
  • Schutz der Persönlichkeit
  • gesunde Arbeitsbedingungen
  • Schutz vor Unfällen

Rechte für Arbeitgeber

  • Recht auf Arbeitsleistung
  • Weisungsrecht
  • Disziplinarstrafen

Pflichten für Arbeitnehmer 

  •  Arbeitsleistung
  • Sorgfaltspflicht
  • Gehorsamspflicht
  •  Treuepflicht
  • Schweigepflicht

Pflichten für Arbeitgeber

  • Entlohnung bezahlen
  • Persönlichkeit des Arbeitnehmers achten
  •  Für gesunde Arbeitsbedingungen sorgen

Folgende Bestimmungen gelten für alle Arbeitsverträge im Gastgewerbe:

Vertragsform
Alle Arbeitsverträge müssen in schriftlicher Form abgefasst werden.

Die wichtigsten Termine bei der Aufnahme von Arbeitnehmern:

  • Anmeldung beim Amt für Arbeitsmarktbeobachtung einen Tag vor Arbeitsbeginn.
  • Aushändigung der Arbeitsbestätigung/Arbeitsvertrag mit Angabe der Probezeit vor Arbeitsbeginn.
  • Die Probezeit gilt nur dann, wenn diese schriftlich bei Arbeitsbeginn vereinbart wurde.
    Bei Wiedereinstellung innerhalb 2 Jahren mit derselben Einstufung ist keine Probezeit vorgesehen.

Erforderliche Dokumente:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Steuernummer
  • gültiger Sanitätsausweis
  • eventuelle Dokumente für Familiengeld
  • Dienstzeugnisse/Diplome
  • Arbeitsgenehmigung (bei Nicht-EU-Bürgern)

Arbeitszeiten

  • Vollzeit: 40 Stunden pro Woche
  • Teilzeit: unter 40 Stunden pro Woche

Ruhetag
Der Ruhetag umfasst 24 Stunden ohne Unterbrechung:

  • Jahresbetriebe: 1,5 Tage pro Woche
  • Saisonbetriebe: 1 Tag pro Woche

Bei Notwendigkeit kann der Ruhetag mit Einverständnis des Arbeitnehmers auch in Zeiträumen von mehr als einer Woche gewährt werden, vorausgesetzt, die Dauer des Ruhetages entspricht 24 Stunden pro sechs Arbeitstage (d. h. zwei Tage alle 14 Tage, jeweils von 0 Uhr bis 24 Uhr).

Überstunden

  • bei Tagesüberstunden: 30 Prozent Aufschlag
  • bei Nachtüberstunden (24 Uhr bis 6 Uhr): 60 Prozent Aufschlag

Nachtarbeit
Wird ein Arbeitnehmer zur Nachtarbeit herangezogen, so muss ein Aufschlag von 25 Prozent gewährleistet werden.

  • Nachtarbeit Beherbergungsbetrieben: von 23.30 Uhr bis 6.30 Uhr
  • Nachtarbeit Nichtbeherbergungsbetrieben: von 23 Uhr bis 6 Uhr

Mitarbeitern, welche laut Kollektivvertrag  einer reinen "Nachttätigkeit" ("qualifica noturna", z. B. Nachtportier) nachgehen, wird ein Aufschlag von 12 Prozent gewährt.

Ärztliche Visite bei Nachtarbeit
Die ärztliche Visite bei Nachtarbeit in den Bereichen, wo der Landeszusatzvertrag vom 29. November 2012 zur Anwendung kommt, wird folgendermaßen geregelt:
Die ärztliche Visite ist nur dann erforderlich, wenn die Arbeitszeit mehr als drei Stunden (berechnet nach 23 Uhr bzw. nach 23.30 Uhr) andauert, und dies an mindestens 80 Tagen im Jahr.


Feiertagsarbeit
Bei Feiertagsarbeit steht dem Arbeitnehmer ein zusätzlicher Tageslohn mit 20 Prozent Aufschlag zu.

Urlaub
Der Urlaubsanspruch beträgt 26 Arbeitstage pro Kalenderjahr. Ruhetage und Feiertage dürfen nicht als Ferien berechnet werden. Darüber hinaus stehen dem Arbeitnehmer 104 Stunden (= 15,60 Tage) als Arbeitszeitreduzierung („permessi“) zu. Diese 104 Stunden umfassen auch die 32 Stunden für abgeschaffte kirchliche Feiertage und können in Halbtages- oder Tagesabwesenheiten genossen werden (z. B. Arztvisiten usw.).

Lohnauszahlung
Die Entlohnung wird dem Mitarbeiter gemäß den lokalen Bräuchen innerhalb Monatsende mit einer maximalen Toleranz von sechs Tagen ausbezahlt. Wenn die Auszahlung der Entlohnung innerhalb dieser Frist aus technischen Gründen nicht möglich ist, muss innerhalb der obengenannten Frist eine Anzahlung in Höhe von mindestens 90 Prozent der voraussichtlich geschuldeten Entlohnung mit Restzahlung innerhalb der nächsten zehn Tage erfolgen. Die Entlohnungen müssen mittels Lohnstreifen erfolgen, auf welchen die Anzahl der entlohnten Tage, der entsprechende Betrag, das Ausmaß eventueller Überstunden und alle anderen Lohnelemente angegeben sein müssen. Bei Barzahlung soll der Lohnstreifen auf jeden Fall vom Arbeitnehmer als Bestätigung unterschrieben werden. Barzahlungen düren nur bis zu 999,99 Euro getätigt werden.

Mit dem Landesabkommen vom 29. November 2012 ist es nun möglich, den Anteil der Zusatzgehälter (13. Monatsenthalt und 14. Monatsgehalt) bei Saisonangestellten monatlich als Vorschuss auszuzahlen.


Vorauszahlungen auf Urlaub und Abfertigung sind hingegen nicht gestattet. Haben Sie eine klare transparente Lohnvereinbarung beim Arbeitseintritt vereinbart, so können Sie davon ausgehen, dass es in der Regel bei der Endabrechnung zu keinen Unstimmigkeiten kommen kann.

Lohnguthaben - grundsätzlich gilt:

  • Der Arbeitnehmer kann innerhalb von fünf Jahren nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eventuelle Guthaben (z. B. Überstunden usw.) rechtlich einfordern.
  •  Hat der Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine eigene Verzichtserklärung – Saldoquittung – unterschrieben (siehe Muster auf www.HGV.it), so kann diese innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses angefochten werden. Nach den sechs Monaten hat die Saldoquittung volle rechtliche Gültigkeit.

Versicherungszeiten
In der Regel gilt, dass der Arbeitnehmer bis zu zehn Jahre eventuelle Ansprüche hinsichtlich nicht gemeldeter Versicherungszeiten geltend machen kann.

Kündigung
Eine Auflösung (Kündigung) des Arbeitsverhältnisses muss grundsätzlich in schriftlicher Form erfolgen. Dabei sind die im Nationalen Kollektivvertrag sowie die im Gesetz Nr. 108 vom 11. Mai 1990 und in der so genannten „Riforma Fornero“ (Gesetz Nr. 92 vom 28. Juni 2012) verankerten Bestimmungen und Richtlinien einzuhalten. Die Kündigungsfristen sind je nach Einstufung und Dienstalter verschieden. Wir empfehlen, die genauen „Spielregeln“ im eigenen „HGV-intern“ zu Kündigungsschutz durchzulesen (siehe auch unter www.HGV.it) und sich aufgrund immer wiederkehrender Gesetzesänderungen in Ihrer HGV-Personalberatung zu informieren.


Entlassung
Eine Entlassung von Seiten des Arbeitgebers kann innerhalb von 60 Tagen vom Arbeitnehmer selbst bzw. von der Gewerkschaft oder einem Rechtsanwalt angefochten werden.

Arbeitsstreitfälle - Verjährungsfristen
Bei Arbeitsstreitfällen steht Ihnen die HGV-Personalberatung mit Rat und Tat zur Seite. Zudem vertritt der HGV seine Mitglieder in der Schlichtungskommission beim Arbeitsservice. Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses stellt sich oft die Frage, was der Arbeitnehmer alles unterschreiben muss, damit nicht im Nachhinein Beanstandungen folgen. Dabei muss klargestellt werden, dass eine Anfechtung von getätigten Unterschriften jederzeit möglich ist.

Ihr direkter Kontakt zur HGV-Personalberatung:

HGV Bozen

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39100 Bozen

Tel. 0471 317 800

Fax 0471 317 801

Personalberatung.Bozen@HGV.it

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