Dekret „Sostegni bis“: Staat gewährt weitere Verlustbeiträge

Betriebe können zwischen zwei Beitragsarten auswählen

Seit Kurzem ist das zusätzliche staatliche Dekret „Sostegni bis“ wirksam. Dieses sieht weitere Verlustbeiträge für pandemiegeschädigte Betriebe vor. Die Details hat die HGV-Steuerberatung für Sie aufgearbeitet.

Das neue staatliche Dekret „Sostegni bis“ sieht einen neuen Verlustbeitrag bzw. die Möglichkeit vor, sich zwischen zwei alternativen Beitragsarten zu entscheiden: den automatisch ausbezahlten Verlustbeitrag sowie den „alternativen Verlustbeitrag“, der vor allem für Betriebe mit Wintersaison gedacht ist. Als Berechnungszeitraum gilt dabei der 1. April 2020 bis 31. März 2021. 


Automatisch ausbezahlter Verlustbeitrag

Betriebe mit einer offenen MwSt.-Position am 26. Mai 2021, die bereits einen Antrag für den Verlustbeitrag laut dem ersten Dekret „Sostegni“ eingereicht und erhalten haben, haben nun automatisch Anrecht auf die Auszahlung eines weiteren Verlustbeitrages. Für den damaligen Antrag war ein Umsatzrückgang im Steuerjahr 2020 im Ausmaß von mindestens 30 Prozent zum selben Zeitraum des Vorjahres notwendig. Für diese zweite Auszahlung sind jedoch nur Betriebe mit Erlösen bis zu zehn Millionen Euro im Jahr 2019 zugelassen.

Die Auszahlung erfolgt automatisch auf das bereits mitgeteilte Betriebskonto. Dabei wird nochmals derselbe Betrag wie bereits aufgrund des Dekrets „Sostegni“ zugesprochen. Somit ist bei dieser Variante kein weiterer Antrag mehr notwendig.

 

„Alternativer“ Verlustbeitrag

Das Dekret „Sostegni bis“ sieht auch die Möglichkeit vor, sich alternativ für eine zweite, günstigere Variante des Verlustbeitrages zu entscheiden. Der größte Vorteil: Für diese Berechnung wird der Zeitraum 1. April 2020 bis 31. März 2021 mit demselben Zeitraum vom Vorjahr verglichen. Betriebe, die einen Antrag für diese Variante stellen wollen, müssen am 26. Mai 2021 eine offene MwSt.-Position aufweisen und dürfen Erlöse bis zu 10 Millionen Euro im Jahr 2019 nicht überschreiten.

Der durchschnittliche monatliche Umsatzrückgang muss weiterhin mindestens 30 Prozent betragen. Die Beitragssumme wird aufgrund dieses errechneten Umsatzrückganges wie folgt berechnet:

 

  • bis zu einem Erlös von 100.000 Euro im Jahr 2019: 60 Prozent des durch-schnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 100.000 Euro bis 400.000 Euro im Jahr 2019: 50 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 400.000 Euro bis 1 Million Euro im Jahr 2019: 40 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 1 Million Euro bis 5 Millionen Euro im Jahr 2019: 30 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 5 Millionen Euro bis 10 Millionen Euro im Jahr 2019: 20 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs.

 

Betriebe, die aufgrund der vorgegebenen Voraussetzungen Anrecht auf diesen alternativen Verlustbeitrag haben, den Verlustbeitrag laut Dekret „Sostegni“ aber nicht erhalten haben, gilt für die Berechnung des Beitrags folgende Regelung:

  • bis zu einem Erlös von 100.000 Euro im Jahr 2019: 90 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von100.000 Euro bis 400.000 Euro im Jahr 2019: 70 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 400.000 Euro bis 1 Million Euro im Jahr 2019: 50 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 1 Million Euro bis 5 Millionen Euro im Jahr 2019: 40 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs;
  • von 5 Millionen Euro bis 10 Millionen Euro im Jahr 2019: 30 Prozent des durchschnittlichen Umsatzrückgangs.

 

Wenn der „alternative“ Verlustbeitrag beantragt wird, da dieser höher ausfällt, in der Zwischenzeit aber bereits der automatische Verlustbeitrag auf das Betriebskonto eingegangen ist, so hat der Antragsteller das Anrecht auf den ausstehenden Restbetrag.

 

Wenn hingegen der beantragte alternative Verlustbeitrag geringer ausfällt als der automatische Verlustbeitrag, wird dieser Antrag von der Agentur der Einnahmen nicht angenommen.

Der Antrag muss für den alternativen Verlustbeitrag über die dafür vorgesehene Plattform innerhalb von 60 Tagen nach der Freigabe dieser Plattform von einem Intermediär eingereicht werden und kann max. 150.000 Euro betragen. Vor Einreichung dieses Antrages musste die Meldung der periodischen MwSt.-Liquidation des ersten Trimesters (war am 31. Mai fällig) erfolgt sein.

 

Im Dekret „Sostegni bis“ ist noch ein weiterer Verlustbeitrag vorgesehen, dessen Ausmaß derzeit noch nicht bekannt ist. Es fehlen hierzu noch die Durchführungsbestimmungen. Voraussetzung für diesen Beitrag ist ein deutlicher Rückgang des Bilanzergebnisses im Jahr 2020 im Vergleich zum Jahr 2019. Zugelassen sind auch hier nur Betriebe mit Erlösen im Jahr 2019 von bis zu 10 Millionen Euro und einer offenen MwSt.-Position am 26. Mai 2021. Für die Antragstellung muss die Steuererklärung Modell Redditi 2021 bis 10. September 2021 versendet sein. Der HGV wird zur gegebenen Zeit darüber informieren.

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