HGV-Newsletter vom 15.03.2016 info@HGV.it www.hgv.it
 
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Telematische Kündigung in Kraft!

15.3.2016 – Bis zum Schluss hat man gehofft, dass dieser zusätzliche bürokratische Aufwand nicht zur Anwendung kommt. Doch trotz massiven Drucks vonseiten der Arbeitgeberverbände in Rom ist seit 12. März 2016 die Selbstkündigung des Arbeitnehmers und die Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einverständnis nur mehr in telematischer Form möglich.


Jegliche Selbstkündigung bzw. Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einverständnis in der bisher gewohnten Form auf Papier ist somit unwirksam. Die telematische Kündigung wurde eingeführt, damit die sogenannten Kündigungen in „weiß“ (Blanko-Kündigungen) nicht mehr möglich sind.

Was zu tun ist, wenn ein Arbeitnehmer sein Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber auflösen möchte
Es gibt konkret zwei Möglichkeiten, um eine Selbstkündigung bzw. Auflösung im gegenseitigen Einverständnis zu tätigen und zwar:

A) Persönlich durch den Arbeitnehmer
- Der Arbeitnehmer muss im Besitz eines PIN-Codes sein, den das NISF/INPS ausstellt.
- Der Arbeitnehmer verschafft sich damit den Zugriff auf das „Onlineportal“ (www.cliclavoro.gov.it) und füllt dort den Vordruck für die Kündigung aus.
- Die wesentlichen Daten sind bereits im System enthalten und müssen nur noch vervollständigt werden.
- Der Arbeitnehmer muss die PEC-Adresse (oder die gewöhnliche E-Mailadresse des Arbeitgebers angeben) und die Kündigung versenden.
- Sobald der Arbeitgeber die telematische Kündigung bzw. die Auflösung im gegenseitigen Einverständnis erhält, muss das zuständige Lohnbüro unmittelbar davon in Kenntnis gesetzt werden, damit das Arbeitsverhältnis regelkonform aufgelöst werden kann.

B) Mit Hilfe von Patronaten usw.
- Sofern die Arbeitnehmer nicht das oben genannte System anwenden wollen, müssen sie sich persönlich direkt an ein Patronat (oder bilaterale Organisation, Zertifizierungskommission oder Gewerkschaft) wenden.
- Dabei wird die Hilfestellung bis zum vollständigen Ausfüllen und Versand gestellt.

Widerruf der Kündigung bzw. der Auflösung im gegenseitigen Einverständnis innerhalb von 7 Tagen
Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen ab telematischen Versand, die Kündigung bzw. die Auflösung im gegenseitigen Einverständnis wieder rückgängig zu machen.

Was zu tun ist, wenn der Arbeitnehmer ohne telematischer Kündigung von heute auf morgen den Arbeitsplätz verlässt
Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer die Vorhaltung der unentschuldigten Abwesenheit mittels Einschreibebrief übermitteln. Konkret bedeutet dies: Wenn der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz z. B. in Polen hat, so muss dieses Schreiben an diese Adresse verschickt werden. Aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich, dass der Arbeitgeber bei  Arbeitseintritt auch immer die vollständige Adresse des Arbeitnehmers von seinem Herkunftsort einholt.

Von der telematischen Kündigung befreit sind:
- Arbeitnehmer, die sich in der Probezeit befinden
- Arbeitnehmer im Privathauhalt
- Öffentliche Angestellte.

Achtung: Kündigungen nach Ablauf der Mutterschaft bleiben in der bisherigen Form beibehalten!

Empfehlung
Die HGV-Personalberatung empfiehlt, bei jeglicher Art von Selbstkündigung oder Auflösung des Arbeitsverhältnisses sofort das zuständige Lohnbüro zu kontaktieren, damit Formfehler jeglicher Art vermieden werden können.

 
 
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