HGV-Newsletter vom 16.06.2014 info@HGV.it www.hgv.it
 
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Verbraucherschutz: Neue Bestimmungen in Kraft - Auswirkungen auf Gästekommunikation

13.8.2014 – Kürzlich sind EU-weit neue Bestimmungen zum Thema Verbraucherschutz in Kraft getreten, welche auch Auswirkungen auf die Tätigkeit der Beherbergungsbetriebe haben.


Die Bestimmungen zielen darauf ab, den Verbraucher, in unserem Fall den Gast, anlässlich der Buchungsvorgänge genauer und umfassender mit Informationen zu versorgen, um sicherzustellen, dass dieser vor Abschluss des Beherbergungsvertrages alle buchungsrelevanten Informationen erhalten hat und somit eine bewusste Entscheidung treffen kann.

Im Detail sieht die neue Regelung vor, dass dem potenziellen Gast bereits bei Angebotslegung folgende Informationen übermittelt werden müssen:
Die Eigenschaften der angebotenen Leistung, die Identität des Unternehmens (Name) sowie die Adresse, die Telefonnummer, die Faxnummer und Mailadresse (wo vorhanden) und der Preis der angebotenen Leistungen.

Wesentlich aufwendiger in der korrekten Handhabung ist jener Teil der neuen Bestimmungen, der vorsieht, dass dem potenziellen Gast noch eine ganze Reihe von Zusatzinformationen geliefert werden müssen. Im Detail handelt es sich um Infos zu den folgenden Themen:

Die Zahlungsmodalitäten:
Der Gast muss darüber informiert werden, mit welchen Modalitäten er den Aufenthalt vor Ort bezahlen kann.

Das Nichtvorhandensein eines Rücktrittsrechtes:
Hier empfiehlt sich der Wortlaut:
„Es steht kein Rücktrittsrecht im Sinne des Konsumentenschutzkodex zu“.
„Non è previsto un diritto di recesso ai sensi del Codice del Consumo“.
„The right of withdrawal as laid down in the Consumers' Code is not contemplated“.

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Sollte der Betrieb Stornobedingungen anwenden wollen, so empfiehlt sich folgende Diktion:
„Es steht kein Rücktrittsrecht im Sinne des Konsumentenschutzkodex zu – dennoch räumen wir Ihnen folgende Stornobedingungen ein“ (mit entsprechendem Link zu den vom Betrieb ausgearbeiteten Stornobedingungen).
„Non è previsto un diritto di recesso ai sensi del Codice del Consumo – nonostante ciò Le accordiamo le seguenti condizioni di recesso“ (mit entsprechendem Link zu den vom Betrieb ausgearbeiteten Stornobedingungen).
„The right of withdrawal as laid down in the Consumers' Code is not contemplated – however, we are willing to apply the following conditions for withdrawal“ (mit entsprechendem Link zu den vom Betrieb ausgearbeiteten Stornobedingungen).

Der Verweis auf die Bestimmungen, welche den Konsumentenschutz regeln:
Hier empfiehlt sich folgender Wortlaut:
„Mitteilung gemäß Teil III, Titel III, Abschnitt I, des Konsumentenschutzkodex (GvD 206/2005)“
„Comunicazione ai sensi della Parte III, Titolo III, Capo I del d.lgs. 206/2005 (Codice del Consumo)“
„Notification pursuant to Part III, Section III, Paragraph I of Italian Legislative Decree no. 206/2005 (Consumers' Code)“

Online-Buchungen
Die neuen Verbraucherschutzbestimmungen wirken sich auch auf die Online-Buchungsvorgänge aus. Hierfür ist nämlich vorgesehen, dass für den potenziellen Gast im Laufe des Buchungsvorgangs oben genannte Informationen ersichtlich sein müssen, und zudem, dass der Abschluss des Vertrages nur dann zustande kommt, wenn der Gast unmissverständlich darüber informiert wird, dass die Buchung kostenpflichtig ist. Demnach muss der Buchungsbutton mit einem entsprechenden Hinweis versehen werden (es eignen sich beispielsweise die Diktionen: „Jetzt um … Euro buchen“ oder „Hier kostenpflichtig buchen“ oder Ähnliches). Achtung: Die Diktion „Buchen“ auf dem Button reicht nicht aus!

Telefonische Buchungen
Waren rein telefonische Buchungen aus rechtlicher Sicht ob der nicht vorhandenen Beweisbarkeit immer schon wenig empfehlenswert, so sind sie ab sofort durch die neuen Verbraucherschutzbestimmungen überhaupt nicht mehr rechtsgültig. Selbst wenn ein Gast nämlich telefonisch seinen Buchungswillen bekundet, so kommt die Buchung nur dann zustande, wenn der Gastgeber dem Gast schriftlich (auch per Mail) die eingangs erwähnten Informationen zukommen lässt, der Gast diese schriftlich (auch per Mail) akzeptiert, und der Gastgeber schließlich noch eine schriftliche (auch per Mail) Buchungsbestätigung zuschickt.
In der Praxis gilt: Wo kein Kläger da kein Richter! Bei Stammgästen ist daher stets von Fall zu Fall abzuwägen, ob es sinnvoll ist, dem Gast oben genannte Prozedur aufzuzwingen, oder ob weiterhin auf Handschlagqualität gesetzt wird (was im Stornofall dann allerdings zur Folge hat, dass dem Gastgeber keine Schadenersatzansprüche mehr zustehen!).

Nähere Informationen erteilt die HGV-Rechtsabteilung unter der Nummer 0471 317 760.

 
 

Achtung: E-Mail von „Tripadvisor Help“ stellt unrechtmäßige Geschäftspraxis dar

17.6.2014 – In den vergangenen Tagen haben zahlreiche Gastbetriebe eine E-Mail mit dem Titel „tripadvisor-help“ erhalten. Der Absender der E-Mail bietet an, gegen Entgelt, gefälschte positive Bewertungen auf Tripadvisor zu verfassen und dem Gastbetrieb so eine bessere Positionierung zu sichern. Diese Geschäftspraxis ist unrechtmäßig!


Aus diesem Grund hat die Rechtsabteilung im HGV bereits die Postpolizei über diese Geschäftspraxis informiert. Ebenso wurde bereits die italienische Aufsichtsbehörde für Markt und Konkurrenz davon in Kenntnis gesetzt.
Falls auch Sie diese E-Mail von Tripadvisor Help erhalten haben, dann bitten wir Sie, diese ebenfalls an die Postpolizei (poltel.bz@poliziadistato.it) weiterzuleiten.

Weitere Informationen erhalten Sie von der HGV-Rechtsabteilung unter Tel. 0471 317 760.

 
 
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