Hoteliers- und Gastwirteverband
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Wertgutscheine (Voucher) – weitere Details

26.07.2012 - Bei Beschäftigung mit Wertgutscheinen (Vouchern) muss in Zukunft vor Beschäftigung genauestens abgewogen werden, ob es sich um eine „geringfügige Beschäftigung“ handelt, oder um ein reguläres untergeordnetes Arbeitsverhältnis, wo die Bestimmungen des Nationalen Kollektivvertrages zur Anwendung kommen. NEU: Es gibt bei den Wertgutscheinen in der Regel keine personen- oder tätigkeitsbezogene Einschränkungen. Das bedeutet jeder kann im Laufe eines Jahres einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung bei einem anderen Auftraggeber (NICHT beim selben Arbeitgeber, wo bereits ein untergeordnetes Arbeitsverhältnis besteht) nachgehen, und zwar im Ausmaß von maximal 2.000 Euro netto.

Die Wertgutscheine, welche ab 18. Juli 2012 angekauft werden, beinhalten folgende Zusatzangaben:
- fortlaufende Nummerierung
- Datum und Uhrzeit der Beschäftigungszeit
Wir empfehlen, den Ankauf bzw. den Nachkauf nur über das NISF/INPS (nicht bei der Post!) zu tätigen.
NEU seit 18. Juli 2012: Bei Beschäftigung mit Wertgutscheinen gilt seit 18. Juli 2012 ein Höchstbetrag für jeden Beschäftigten von insgesamt 5.000 Euro (Brutto = 6.666 Euro). Diesen Betrag kann der Beschäftigte innerhalb eines Jahres von verschiedenen Auftraggebern beziehen.
Bei ein und demselben Auftraggeber (Betrieb) dürfen ab sofort nur mehr maximal 2.000 Euro netto im Jahr pro Beschäftigten ausbezahlt werden. 

Für die bereits angekauften Wertgutscheine vor dem 18. Juli 2012 gelten die alten Bestimmungen weiter und zwar bis die Wertgutscheine aufgebraucht sind bzw. bis zum 31. Mai 2013.

Fallbeispiel:

Der Arbeitnehmer hat bis zum 30. Juni 2012 bereits 4.000 Euro beim selben Arbeitgeber erhalten, und soll im Monat Juli 2012 noch 500 Euro bekommen. Ist dies laut der neuen Arbeitsmarktreform zulässig?

Antwort: der Arbeitnehmer, der 2012 bereits 4.000 Euro erhalten hat, kann weiterbeschäftigt werden, bis eine der drei folgenden Bedingungen eintreten, aufgrund welcher das Arbeitsverhältnis beendet werden muss:
a) er erreicht 5.000 Euro;
b) die bis einschließlich 17. Juli 2012 für ihn gekauften Wertgutscheine sind aufgebraucht;
c) der 31. Mai 2013 ist verstrichen.

Somit kann im Juli 2012 dem genannten Arbeitnehmer, der heuer bereits 4.000 Euro erhalten hat, auch 500 Euro Entlohnung in Wertgutscheinen ausgezahlt werden, wenn diese bereits innerhalb 17. Juli 2012 gekauft worden sind. Bis 31. Mai 2013 kann derselbe Arbeitnehmer noch weitere 500 Euro Entlohnung erhalten, vorausgesetzt, die Wertgutscheine wurden ebenfalls bis einschließlich 17. Juli 2012 gekauft.
 
Die neuen Obergrenzen von 2.000 Euro bei einem Arbeitgeber greifen seit 18. Juli 2012 für neu eingegangene Arbeitsverhältnisse mit Wertgutscheinen. Bei einem Nachkauf der Wertgutscheine nach dem 18. Juli 2012 muss der Betrieb überprüfen, ob noch Spielraum bis zur Obergrenze (2.000 Euro) besteht und gegebenenfalls das Arbeitsverhältnis einstellen, wenn die genannten Beträge bereits überschritten sind.

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