Gelegentliche Mitarbeit (PrestO)

Voraussetzungen
Für Auftraggeber mit mehr als 5 unbefristeten Mitarbeitern ist die Gelegenheitsarbeit nicht zulässig. Dabei muss das Semester vom achten bis zum dritten Monat vor dem Beginn der gelegentlichen Arbeitsleistung berücksichtigt werden.

Beispiel:         Gelegentliche Arbeitsleistung am 23. Juli 2017
                       Zu beachtenden Zeitraum: November 2016 – April 2017

Die unbefristet Beschäftigten in Teilzeit und auf Abruf zählen im Verhältnis zu den im Vertrag festgelegten bzw. geleisteten Stunden. Lehrlinge müssen bei der Berechnung der Mitarbeiteranzahl nicht berücksichtigt werden müssen.

Mit Personen, welche in den letzten 6 Monaten beim selben Auftraggeber beschäftigt waren, darf keine Gelegenheitsarbeit PrestO eingegangen werden.

Im Falle von Gelegenheitsarbeit müssen die Bestimmungen zu den täglichen/wöchentlichen Ruhetagen und Pausen wie bei abhängig Beschäftigten beachtet werden.

Nicht zulässig ist die Gelegenheitsarbeit PrestO außerdem bei Werkverträgen (appalti di opere e servizi)

Höchstgrenzen und Kosten

Es gelten folgende Limits:

  • für Auftraggeber:    max. 5.000 Euro netto pro Jahr
  • für Auftragnehmer: max. 2.500 Euro netto pro Auftraggeber / 
                                   max. 5.000 Euro netto pro Jahr bei allen Auftraggebern

Besonderheit: Für Bezieher von Alters- oder Invalidenrenten, Studenten unter 25 Jahren, Arbeitslosen oder Beziehern von Lohnausgleichszahlungen werden die erhaltenen Beträge nur zu 75% berechnet. Diese Personen können somit insgesamt bis zu 6.600 Euro beziehen.

Zudem ist ein Limit von 280 Arbeitsstunden pro Jahr (1.1. – 31.12.) vorgesehen.

Die Entlohnung für Gelegenheitsarbeit PrestO wirkt sich nicht auf den Arbeitslosenstatus aus und ist frei von jeglicher Besteuerung.

Zu Lasten des Auftraggebers gehen die Sozialbeiträge im Ausmaß von 33%, welche in die Separatverwaltung des INPS einbezahlt werden sowie 3,5% Versicherungsprämie an das INAIL. Hinzukommen Verwaltungsspesen in Höhe von 1% der getätigten Einzahlungen auf das virtuelle INPS-Konto.

Pro Arbeitstag muss die Meldung und Zahlung für mindestens 4 Arbeitsstunden à 9,00 Euro netto erfolgen. Eine Meldung für weniger als 4 Arbeitsstunden pro Tag ist nicht zulässig.

Beispiel:

Gesamtkosten für 1 bis 4 Arbeitsstunden pro Tag

36,00 Euro      Mindestentgelt
11,88 Euro      Sozialbeiträge NISF/INPS
  1,28 Euro      Versicherungsprämie INAIL
  0,36 Euro      Verwaltungsspesen
49,64 Euro     Gesamtkosten 


Lohnkosten/Stunde ab der 5. Stunde

  9,00 Euro      Mindestentgelt
  2,97 Euro      Sozialbeiträge
  0,32 Euro      Versicherungsprämie INAIL
  0,12 Euro      Verwaltungsspesen                
12,41 Euro     Lohnkosten/Stunde ab der 5. Stunde


Praktische Anwendung
Bitte beachten Sie, dass für die effektive Nutzung des Dienstes eine Vorlaufzeit von mindestens 2 Wochen erforderlich ist Die Abwicklung kann nur telematisch über das Online-Portal des INPS erfolgen.

Für die Registrierung des Betriebes auf dem INPS-Portal muss der gesetzliche Vertreter bzw. Inhaber des Betriebes im Besitz der persönlichen PIN des INPS sein, welche telematisch oder direkt bei einem Schalter des INPS beantragt werden kann.
Der Auftraggeber muss zudem vor der Meldung einer Gelegenheitsarbeit eine Einzahlung auf ein virtuelles INPS-Konto tätigen. Die Einzahlung muss mittels Mod. F24 ELIDE (Kodex CLOC) erfolgen.

Falls zum Zeitpunkt der Meldung kein bzw. zu wenig Guthaben auf dem Portal aufscheint, lässt das Programm keine Meldung von Arbeitsleistungen zu!

Bevor ein Mitarbeiter gemeldet werden kann, muss sich dieser ebenfalls im INPS-Portal registrieren. Die Registrierung erfolgt wiederum über den persönlichen PIN des INPS, welcher vom Mitarbeiter telematisch oder direkt bei einem Schalter des INPS beantragt werden kann.
Zusätzlich zu den anagrafischen Daten muss der Mitarbeiter bei der Registrierung auch den IBAN des Kontos angeben auf welches das INPS das Entgelt überweist. Das Konto muss auf den Auftragnehmer lauten bzw. dieser muss als Mitinhaber des Kontos aufscheinen.
Wenn kein IBAN angegeben wird, schickt das INPS dem Auftragnehmer einen Scheck an die bei der Registrierung angegeben Adresse zu, welcher in der Folge bei einem Postamt eingelöst werden kann.

Mindestens 60 Minuten vor Arbeitsbeginn muss der Auftraggeber die telematische Meldung über das Portal auf der Homepage des INPS mit folgenden Angaben tätigen:

  • anagrafische Daten des Auftragnehmers
  • Höhe des vereinbarten Entgelts
  • Ort der Arbeitstätigkeit
  • Datum und Uhrzeit des Beginns und Ende der Arbeitsleistung
  • Sektor in welchem der Auftragnehmer eingesetzt wird
  • andere Informationen welche für die Auftragsleistung zweckdienlich sind  
    (z.B., dass es sich um einen Pensionisten handelt)

Beachten Sie, dass für jede Arbeitsstunde eine Nettoentlohnung von mindestens 9,00 Euro vorgesehen ist. Pro Arbeitstag muss die Entlohnung für mindestens 4 Arbeitsstunden (36,00 Euro netto = 49,64 Euro Gesamtkosten/Tag) angegeben werden.

Wenn die Arbeitsleistung nicht ausgeführt wird, kann die telematische Meldung innerhalb 24 Uhr des dritten Tages nach dem der vorhergesehenen Arbeitsleistung widerrufen werden. Falls kein Widerruf getätigt wird, erfolgt von Seiten des INPS innerhalb 15. des Folgemonats automatisch die Auszahlung des angegebenen Betrages.

Zum Schutz des Auftragnehmers
a) wird diesem ein SMS mit den Angaben der telematischen Meldung zugeschickt.
b) wird diesem ein SMS mit dem eventuellen Widerruf zugeschickt. Für den Fall dass die Arbeitsleistung dennoch getätigt worden ist, kann der Auftragnehmer innerhalb 24 Uhr des dritten Tages nach vorgesehener Arbeitsleistung diese bestätigen
c) kann dieser über die Homepage des INPS die getätigte Arbeitsleistung bestätigen, in diesem Fall ist ein Widerruf von Seiten des Auftraggebers nicht mehr möglich.

Strafen
Das INPS und das Arbeitsinspektorat haben angekündigt Kontrollen über die getätigte Wiederrufe und deren Häufigkeit durchzuführen. Bei einem nicht gerechtfertigten Widerruf werden die Strafen für Schwarzarbeit verhängt!

Wenn das Limit von 2.500 Euro pro Auftraggeber bzw. 280 Arbeitsstunden überschritten wird, wird das Arbeitsverhältnis in einen unbefristeten Vollzeitvertrag umgewandelt.
Bei unterlassener telematischer Meldung an das INPS 60 Minuten vor Arbeitsbeginn wird eine Verwaltungsstrafe von 500,00 - 2.500,00 Euro pro nicht getätigter Meldung verhängt.


Alternativen zu PrestO
Als Alternative zu der Beschäftigungsform der gelegentlichen Mitarbeit PrestO stehen Ihnen insbesondere für die Spitzenzeiten (z.B. Feiertage, Wochenenden, Events…) die bereits bekannten Verträge in Form eines abhängigen Arbeitsverhältnisses zu Verfügung (siehe unten Link zur HGV-Homepage):


Abschließend weisen wir Sie noch darauf hin, dass die telematischen Voucher (welche vor dem 17.  März 2017 angekauft und noch nicht benutzt wurden) jedenfalls innerhalb 31. Dezember 2017 aufgebraucht werden müssen, da diese ab Jänner 2018 ihre Gültigkeit verlieren.
Für das Guthaben, welches bis zu diesem Datum nicht aufgebraucht worden ist, kann eine Rückvergütung vom INPS beantrag werden – dabei fallen Verwaltungsspesen im Ausmaß von 5 Prozent an.

Ihr direkter Kontakt zur HGV-Personalberatung:

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39100 Bozen

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