Die Gründung des Gastwirteverbandes

Gleich nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges regten einige Hoteliers und Gastwirte von Meran die Neugründung der vor dem zweiten Weltkrieg entstandenen Wirtegenossenschaft an. Diesmal  nicht nur für Meran allein, sondern für ganz Südtirol. Ein provisorisches Statut wurde ausgearbeitet. Am 27. August 1945 wurde die Sektion »Südtirol« des »Italienischen Hotelbesitzervereines« (A.I.A.) freiwillig und auf demokratischer Grundlage gegründet. Damit entstand die »Vereinigung der Hoteliere und Gastwirte von Südtirol«. Im ersten Jahr ihrer Tätigkeit zählte sie bereits 224 Mitglieder. Zum Gründungspräsidenten wurde einstimmig Francois Ferrario, Pächter des »Stadthotels« in Bozen gewählt. Zu den Vizepräsidenten wurden Paul Berger, Pension »Paradiso«, Meran, Max Stafler jun., Hotel »Greif«, Bozen und Hermann Schmid, »Grand Hotel Sulden«, ernannt.
Bereits im November 1945 hat diese Vereinigung eine Kanzlei im »Stadthotel« in Bozen eingerichtet. Auch wenn in den Satzungen ausdrücklich auch Bezug auf die Interessen der Gastwirte genommen wird, haben sich von Anfang an vor allem die »kleinen Gastbetriebe«, das heißt die Speise- und Schankbetriebe durch diese Vereinigung zu wenig vertreten gefühlt. Parallel dazu fühlten sich die entstandenen Kaufleutevereinigungen in den Nachkriegsjahren als das Sprachrohr der Gastbetriebe, Bars und Cafés. Erklärlich aus dem Umstand, dass auf gesamtstaatlicher Ebene der Interessenverband Confcommercio entstand, der neben den Handelsgeschäften auch die Schankbetriebe eingebunden hat.
Eine weitere Wirtegruppe, die als Landgasthäuser bezeichnet werden können, hat sich weder von der »Vereinigung der Hoteliere und Gastwirte« noch von den Kaufleutevereinigungen vertreten gefühlt. Sie liebäugelten mit der Gründung einer eigenen Vereinigung unter dem Dach des Provinzverbandes der Landwirte.
Durchgesetzt hat sich schließlich nur die »Vereinigung der Hoteliere und Gastwirte«, bis Anfang der 1960er Jahre ein neuer Vorstoß unternommen worden ist, um die Standesvertretung für Gastwirte zu schaffen. Bereits Anfang 1962 wurden vorbereitende Gespräche und Verhandlungen mit interessierten Gastwirten in den verschiedenen Bezirken des Landes geführt. Mit eingebunden waren Otto Pattis, Präsident des Südtiroler Wirtschafts- und Sozialinstitutes, und dessen Geschäftsführer Christoph Pan.

 

Gastwirteverband entsteht
Am 27. November 1962 wurde daraufhin im Gasthof »Zwölfmalgreien« in Bozen der Gastwirteverband (GWV) von 15 Gastwirten aus dem Raum Bozen und dem Tauferer-Ahrntal aus der Taufe gehoben.
Zum Gründungspräsidenten wurde Konrad Stefaner vom Gasthof »Zwölfmalgreien« in Bozen ernannt. Erster Vizepräsident wurde Anton Puff vom Gasthof »Sonne« in Bozen-Gries. Zu weiteren Mitgliedern des Vorstandes wurden Matthias Thurner, Bozen, Arnold Oberhollenzer, Luttach und Otto Reiter, Sand in Taufers, ernannt. Dieser Vorstand wurde für ein Jahr eingesetzt. Das erste Verbandsbüro wurde im Büro des Wirtschaftsberaters Otto Pattis in Bozen eingerichtet. Bereits am 15. April 1963 nahm der junge Benjamin Stauder aus dem Ahrntal seine Tätigkeit als Sekretär des Gastwirteverbandes auf.

 

Die Hauptziele
Die im Gründungsakt festgehaltenen Hauptziele der neu gegründeten Standesvertretung der Gastwirte waren: 

  • Verpflichtung der guten weltbekannten Tradition des heimatlichen Gastgewerbes;
  • Christliche Auffassung des Berufes;
  • Echte Solidarität gegenüber den Berufsgenossen;
  • Soziale Haltung nach den Weisungen der christlichen Soziallehre gegenüber den Mitarbeitern und Angestellten;
  • Wahrung der allgemeinen Interessen der Gastwirte und Inhaber öffentlicher Betriebe;
  • Verschaffung von Anerkennung gegenüber anderen Wirtschaftszweigen und politischen Behörden;
  • Vertretung der Gastwirte nach außen hin;
  • Durchführung von Initiativen zur wirtschaftlichen, technischen, sozialen und kulturellen Verbesserung der Gastwirte und deren Mitarbeiter;
  • Hilfeleistung in wirtschaftlichen, technischen, steuerrechtlichen und anderen Fragen.

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